Preview 4. Spieltag
Thomas Helmers Ausblick auf die Highlights des 3. Bundesligaspieltages mit den Spielen:
Hamburger SV – 1. FC Köln
Nachdem der HSV den Saisonbeginn einfach um eine Woche verschlafen haben, ist die Mannschaft jetzt auf Betriebstemperatur. Dem Meister konnten Ze Roberto, Elia und Petric sogar in der heimischen Wolfsburg den Zahn ziehen.
David Jarolim und Ze Roberto könnten in dieser Saison Herz und Motor der Mannschaft werden. Beide sind extrem routiniert und dabei sowohl in der Defensive als auch in der Offensive äußerst effektiv.
Und wenn das Spitzen-Duo Mladen Petric oder Paolo Guerrero mal nicht stechen, sitzt mit Marcus Berg Top-Stürmer Nummer 3 auf der Bank.
Auch der FC kann endlich mit seinem Top-Sturm antreten. Allerdings sind Milivoje Novakovic und der Prinz noch kein Duo und zusammen weit weniger gefährlich als allein. Das könnte, mangels Alternativen, ein echtes Problem für Zvonimir Soldo werden, denn einen “Poldi” oder einen “Nova” auf der Bank würde ihm das Kölner Publikum nie verzeihen.
Da auch Maniche und Petite dem Kölner Spiel noch nicht die entscheidenden Impulse geben können, steht nach 90 Minuten ein Heimsieg für den HSV zu Buche.
Hertha BSC – Werder Bremen
Die Qualifikation zur Europaleague hat wieder gezeigt, was man selbst bei der Hertha schon wusste: Die Mannschaft ist eine Großbaustelle und das, mit Ausnahme der Torwartposition, in allen Mannschaftsteilen. Auch wenn jetzt ein wenig Spielraum da ist, Zukäufe allein werden nicht alle Probleme lösen. Um die Hertha zurück in die Erfolgsspur zu bringen, muss vor allem am “Werder-Syndrom”, einer eklatanten Schwäche in der Rückwärtsbewegung, gearbeitet werden. Der Last-Minute-Sieg gegen Bröndby IF ist zwar gut fürs Berliner Selbstbewusstsein, aber Selbstbewusstsein allein schießt keine Tore
Tore schießt hingegen ein Claudio Pizzaro. Aber der Wieder-Bremer macht nicht nur vorne die Tore, er bremst auch den Offensivdrang der gegnerischen Abwehr und entlastet so die Bremer Defensive, die mit dem zuletzt starken Naldo positive Tendenzen zeigt. Am Ende 3 Punkte für die Norddeutschen.
FC Bayern München – VfL Wolfsburg
Es ist ordentlich Feuer unter dem Dach an der Säbener Straße. Nach einem kapitalen Fehlstart steht die Saison-Planung der Bayern bereits jetzt auf der Kippe. Grund genug für Uli Hoeness, einmal mehr ans Festgeldkonto zu gehen und weitere 25 Millionen zu investieren. Aber das Problem der Münchner ist nicht der Kader, es ist die Einstellung zum Spiel. Mit einem Auftritt wie gegen Mainz wird man sich in der Champions League maximal mit Maccabi Haifa um Platz 3 streiten.
Das Team ist gefragt, sich mehr zu engagieren. Ivica Olic zeigt wie es geht, der Dauerläufer hat in einer Halbzeit gefühlt mehr Meter runtergespult und mehr Zweikämpfe gewonnen, als Miro Klose und Mario Gomez zusammen in kompletten 90 Minuten.
Dass auch beim VfL Wolfsburg nicht die Trauben in den Himmel wachsen, hat das Spiel gegen den HSV gezeigt. Aber bei den Wölfen stimmt die Einstellung und dass sie mit einer solchen Niederlage umgehen können, haben sie in der letzten Saison eindrucksvoll bewiesen.
Ein wütender FC Bayern gegen den amtierenden Deutschen Meister – man darf sich auf einen ganz heißen Tanz in der Allianz Arena freuen, an dem zum Schluss für beide ein Punkt rausspringt.
